Neue Münchener Sezession, «Walze»

09.01.1916 – 06.02.1916
Ausstellungsort Kunsthaus.
«Künstlerisches Neuland für Zürich»
Der Vereinigung «Neue Münchner Secession» gehörten vor allem expressionistische Künstler und solche der Neuen Sachlichkeit an. Ins Leben gerufen wurde sie 1913 von Kunstschaffenden, die sich durch die ehemalige 1892 gegründete «Münchner Secession» nicht mehr gut vertreten fanden. Ab 1914 veranstaltete man Ausstellungen, 1937 wurde die Neue Münchner Secession jedoch durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Das Kunsthaus bot der Vereinigung 1916 erstmals eine Plattform und präsentierte rund 75 Gemälde und Skulpturen sowie etwa 40 Arbeiten auf Papier («Griffelkunst») von 33 Künstlern, welche mehrheitlich in München oder Berlin arbeiteten und in der Regel kaum vierzigjährig waren. Darunter befanden sich bekannte Künstler wie Paul Klee, Karl Hofer oder Wilhelm Lehmbruck. Die Ausstellung wurde um sechs Künstler der Schweizer Gruppe «Walze. Vereinigung Schweizer Künstler-Graphiker» ergänzt. Sie zeigten Radierungen, Holzschnitte und Lithografien. Diese Schweizer Gruppe umfasste gemäss einer Publikation aus dem Jahr 1918 rund 60 Künstler und führte 1920 Verkaufsausstellungen in Zürich und Genf durch. Laut dem Zürcher Theater-Konzert-Freundschaftsblatt seien dem Zürcher Publikum Karl Hofer (1878–1955) und der im Krieg umgekommene Albert Weisgerber (1878–1915) bereits bekannt gewesen, genauso wie Robert Genin (1884–1941), Karl Caspar (1879–1956), dessen Gattin Maria Caspar-Filser (1878–1968), Rudolf Sieck (1877–1957), der Basler Alfred Heinrich Pellegrini (1881–1958) und Paul Klee (1879–1940). Die NZZ beschrieb die Münchner Vereinigung als eine, die mit «dem Expressionismus genaue Fühlung habe» und daher dem Zürcher Publikum künstlerisches Neuland erschliesse, das anregend und ernsthaft sei. Der deutschen Gruppe attestierte man «solides Können» und «Selbständigkeit in der Kunstauffassung» (Zürcher Theater-Konzert-Freundschaftsblatt). Die Teilnahme der Schweizer Walze-Künstler wurde in der Regel nur knapp vermerkt, aber man lobte «Kraft, Schlichtheit und ehrliches Können» (NZZ) dieser Künstler. In der Zürcher Wochenschau wurde skeptisch festgehalten, dass Künstlervereinigungen in der Regel vor allem Künstler ‹zweiter oder dritter Ordnung› anziehe». Aber immerhin handle es sich um «eine über den heutigen Stand der Kunst gut orientierende» Ausstellung.
[Peter Stohler]
Die NZZ beschrieb die Münchner Vereinigung als eine, die mit «dem Expressionismus genaue Fühlung habe» und daher dem Zürcher Publikum künstlerisches Neuland erschliesse, das anregend und ernsthaft sei. Der deutschen Gruppe attestierte man «solides Können» und «Selbständigkeit in der Kunstauffassung» (Zürcher Theater-Konzert-Freundschaftsblatt).

28 Tage

40 Künstler:innen

40 Künstler:innen

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Ausstellungskatalog