Über das Lab

Die digitale Transformation ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit – inzwischen prägt die Computertechnologie jeden Lebensbereich. Auch Museen profitieren von diesen Möglichkeiten, sofern aktiv an deren Gestaltung mitgewirkt wird.

Das Kunsthaus Zürich hat daher parallel zur Entstehung des Erweiterungsbaus und auf dessen Eröffnung 2021 hin ein Projekt namens «Kunsthaus Digilab» lanciert, um die Möglichkeiten der digitalen, vernetzten Öffentlichkeit künstlerisch und experimentell auszuloten. Heute reicht es in einem Museum nicht mehr, allein den physischen Raum zu bespielen. Auch der digitale Raum mit seinen breit gefächerten Interessengruppen  erfordert professionelle Aufmerksamkeit. Das Digilab verfolgt das Ziel, mit Experimentierfreudigkeit über Medientechnologien und Digitalisierung nachzudenken. Der klassische Ausstellungsraum soll in den digitalen Raum erweitert werden und dessen Potenzial auf das Museum zurückstrahlen. Künstler:innen haben gleichzeitig einen Auftritt im physischen Museumsraum und zeigen dort Arbeiten, die mit den neuen, eigens für das Digilab entwickelten Arbeiten in Verbindung stehen. Ferner hat das Kunsthaus hat in seiner über hundertjährigen Geschichte mehr als 1000 Ausstellungen produziert. Im kritischen Rückblick wird in der «Chronologie» versucht, die aus heutiger Perspektive bedeutsamsten Ausstellungen auszuwählen und im kunsthistorischen Kontext vorzustellen. Virtueller und realer Raum stehen in ständiger Rückkoppelung zueinander.

Kunst im digitalen Raum

Viele zeitgenössische Künstler:innen interessieren sich für den digitalen Raum und reflektieren in ihren Arbeiten Themen wie Big Data, Überwachung oder auch den Zugang zu Information. Diese wichtigen Themen werden auch im Kunsthaus Digilab verhandelt, und zwar mit Kunstwerken, die speziell für den digitalen Raum entstehen. Diese Kunstwerke sind jeweils für 3 Monate online erlebbar und richten sich an ein kunstinteressiertes Publikum rund um die Welt.

Die Auswahl der Künstler:innen umfasst eine Mischung aus bekannten Namen der zeitgenössischen Kunst, der Medienkunst und auch jungen Künstler:innen. Das Kunsthaus Digilab lotet die Schnittstelle zwischen digitalem und analogem Raum aus. Parallel zur Präsentation online zeigen die Künstler:innen auch Werke in einem Sammlungsraum der Kunsthaus-Erweiterung.

Ausstellungshistorie

Das Kunsthaus Zürich, das 1910 im Moser-Bau am Heimplatz 1 seinen definitiven Standort fand, hat eine reichhaltige und einzigartige Ausstellungstätigkeit vorzuweisen. Die durch den persönlichen Einsatz der beteiligten Künstler:innen, Sammler:innen, Leihgeber:innen und Kurator:innen geprägte Vielfalt und Qualität dieser über 1000 Ausstellungen verleihen dem Kunsthaus sein einmaliges Gesicht und somit seine Identität im internationalen Ausstellungsbetrieb. Um diese Projekte, die physisch im Archiv der Bibliothek weitgehend dokumentiert sind, auch im virtuellen Raum einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen, sind sämtliche Ausstellungen aufgelistet. Darüber hinaus wird als Work-in-progress der Fokus auf ausgewählte Projekte gelegt und besonders beleuchtet. Diese gezielten Betrachtungen und Einschätzungen aus heutiger Sicht sollen stetig wachsen.

Bei der Auswahl der besprochenen Ausstellungen sind folgende Kriterien massgeblich:

  1. Eine Ausgewogenheit zwischen 1910 und der Gegenwart
  2. Relevanz in den Biografien der Künstler:innen, beispielsweise ob es sich um deren erste oder bisher grösste Ausstellung handelt
  3. Geschlechtergleichheit und Diversität
  4. Relevanz für die Schweizer Museumslandschaft (erste, grösste Ausstellung in einem Museum)

 

Und bei thematischen Ausstellungen: 

  1. Relevanz, Kuriosität und/oder Kühnheit des Themas  
  2. Kunsthistorische Relevanz bzw. Rezeption in der Literatur
  3. Medienecho, internationale Reichweite
  4. Berücksichtigung verschiedener Gattungen
  5. Besucherzahlen
  6. Ausgewogenheit in der Häufigkeit der Nennung von Künstler:innen und Kurator:innen

 

Diese Chronologie der Ausstellungsgeschichte richtet sich sowohl an ein interessiertes Laienpublikum als auch an Fachleute, die sich hier einen ersten Eindruck verschaffen und auf Anfrage ihre Recherchen vertiefen können.