Oskar Kokoschka – Expressionist, Migrant, Europäer. Eine Retrospektive

14.12.2018 – 10.03.2019
Kuratiert von .
Ausstellungsort Pfister-Bau (Grosser Ausstellungssaal, ehem. Bührlesaal).
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Kokoschka 1988.29
Oskar Kokoschka
Die Quelle, 1922–1938
Öl auf Leinwand
Kunsthaus Zürich, Geschenk Olda Kokoschka, 1988
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Kokoschka Oskar 2287 R 1582
Oskar Kokoschka
Liebespaar mit Katze, 1917
Öl auf Leinwand
Kunsthaus Zürich, 1933
© Fondation Oskar Kokoschka / 2020, ProLitteris, Zurich
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Kokoschka Oskar 2592 R 1765
Oskar Kokoschka
Ferdinand Bloch-Bauer, 1936
Öl auf Leinwand
Kunsthaus Zürich, Geschenk Ferdinand Bloch-Bauer, 1942
© Fondation Oskar Kokoschka / 2021, ProLitteris, Zurich
Das Kunsthaus Zürich präsentiert Oskar Kokoschka, den Expressionisten, Migranten und Europäer, erstmals seit 1986 wieder umfassend in einer Retrospektive in Zürich. Eine lange Freundschaft verbindet die Institution mit diesem Künstler, die ihm bereits 1927 seine erste Solo-Präsentation widmete.
Highlights unter den rund 368 Katalog-Nummern sind die Gegenüberstellung der zwei monumentalen Triptychen «Die Prometheus Saga» (The Courtauld Gallery, London) und «Thermopylae» (Universität Hamburg) sowie das «Wandbild für Alma Mahler» (Privatsammlung), welche noch nie in der Schweiz zu sehen waren. Alle Schaffensphasen aber auch Medien und insbesondere seinen Skizzenbüchern (Fondation Kokoschka, Vevey) wurde erstmals umfassend in einer Retrospektive gewürdigt. Kokoschka gehört mit Francis Picabia und Pablo Picasso zu jener Malergeneration, die an der gegenständlichen Malerei festhielt, als die Abstraktion nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Dominanz etablierte. Dass heute die gegenstandslose Malerei und die Figuration ohne ideologische Grabenkämpfe nebeneinander praktiziert werden können, ist auch ihr Verdienst. Künstler:innen der Gegenwart berufen sich insbesondere auf Kokoschka. Seine expressionistische Malweise nehmen Nancy Spero, Martha Jungwith, Georg Baselitz, Herbert Brandl und Denis Savary ex- oder implizit zur Inspirationsquelle. Sie schätzen die gestische Artikulation seines Pinselstrichs, loben den weltoffenen Charakter des Wieners oder teilen die pazifistische Haltung, die Kokoschkas Werk, sein Leben und Vermächtnis prägen. Begleitend ist eine 320 Seiten Publikation entstanden. Die wichtigsten Kokoschka-Experten konnten für neue Beiträge gewonnen werden: Régine Bonnefoit, Iris Bruderer-Oswald, Martina Ciardelli, Birgit Dalbajewa, Heike Eipeldauer, Katharina Erling, Cathérine Hug, Aglaja Kempf, Alexandra Matzner, Raimund Meyer, Bernadette Reinhold, Heinz Spielmann und Patrick Werkner.
Ein umfangreiches Diskusprogramm mit rund acht Veranstaltungen zu so abwechslungsreichen Themen wie Kokoschkas Puppe mit Talaya Schmid und Angela Walti, Kokoschka als «entarteter» Künstler mit Bernadette Reinhold (Kokoschka Recherche-Zentrum Wien) in Zusammenarbeit mit dem SIK-ISEA, die Begegnung zwischen Dürrenmatt und Kokoschka beim «Salon Dürrenmatt» mit Madeleine Betschart, Régine Bonnefoit und Peter Nobel in Kooperation mit dem Centre Dürrenmatt Neuchâtel, Rüdiger Görners neue Kokoschka-Biografie, Karl Kraus‘ Bedeutung für Kokoschka mit Slam Poet Jurczok 1001, und die Kunsthändler Kokoschkas mit Walter Feilchenfeldt (Co-Autor des Kokoschka-Online-Werkverzeichnisses) und Juri Steiner (Kunsthistoriker und Kurator) wurde auf die Beine gestellt, wobei ein Grossteil davon auf 2019 fällt.Der Besucherandrang und die Medienresonanz übertrafen bereits in den ersten Tagen der Laufzeit unsere Erwartungen. Am 3. Januar 2019 beschrieb Adam Goldmann in seinem ganzseitigen Artikel im Wall Street Journal seinen Eindruck des Ausstellungsrundgangs wie folgt: «The effect of having journeyed so far through time is staggering. Nearly four decades after Kokoschka’s death, the Kunsthaus Zurich has given us new hope that his singular artistic universe will endure.»
Unterstützt von UNIQA Österreich Versicherungen AG, Kunstversicherung Schweiz, die als Hauptsponsorin auch die Restaurierung des Triptychons «Die Prometheus Saga» (The Courtauld Gallery, London) ermöglicht hat; dem Bundesamt für Kultur, der Hulda und Gustav Zumsteg-Stiftung, der Boston Consulting Group, der Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung und der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung.
«Diese Malerei sollte gegenständlichen Inhalt und Raum aufweisen, wie es dem Europäer, der mit seiner Geschichte verbunden ist, entspricht. Ich zeige eine Raumkonzeption, welcher ich bewusst die in der Barockzeit entdeckte vierte Dimension der Bewegung zufügte, die dem Beschauer erlaubt, die Malerei gewissermaßen in der Zeit zu lesen, in der Abfolge der geschilderten Begebenheiten von Anbeginn zu Ende.» – Oskar Kokoschka, 1952

86 Tage

2 Künstler:innen

2 Künstler:innen

Kokoschka Plakat F4
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Ausstellungsplakat
Kokoschka 8672
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Ausstellungsansicht
Kokoschka 8536
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Ausstellungsansicht
Kokoschka 8503
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Ausstellungsansicht
Kokoschka 8418
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Ausstellungsansicht
Kokoschka 8457
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Ausstellungsansicht
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